Glossar

Rechtliche Regelungen rund um die Vereinsarbeit und ehrenamtliche Helfer - die wichtigsten Begriffe im Überblick ...

A

Arbeitslosigkeit und Ehrenamt

Arbeitslosengeld I
Eine ehrenamtliche Tätigkeit behindert nicht den Bezug von Leistungen von Arbeitslosengeld I. In Absprache mit ihrem Arbeitsvermittler bei der Agentur für Arbeit (Meldepflicht, da ein Einstieg in einen Beruf Vorrang vor einer ehrenamtlichen Tätigkeit hat!!) können Bezieher von Leistungen 15 Stunden und mehr pro Woche einem Ehrenamt nachgehen, ohne ihren Leistungsanspruch zu verlieren (Voraussetzung: eine eventuelle berufliche Wiedereingliederung wird nicht behindert).

Weitere Fragen (z.B. auch bezüglich Anrechnung Aufwandsentschädigung) bitte direkt mit zuständigem Bearbeiter bei der Agentur für Arbeit abklären.

 

Arbeitslosengeld II
Auch hier können Sie Ihre ehrenamtliche Tätigkeit während des Bezuges von Arbeitslosengeld II ausüben, sofern die Aufnahme einer Arbeit dadurch nicht beeinträchtigt wird. Mit Aufnahme einer Erwerbstätigkeit kann dann erwartet werden, dass die ehrenamtliche Tätigkeit entsprechend zeitlich der Tätigkeit angepasst wird. Die Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit geben Sie bei Ihrem zuständigen Jobcenter bekannt.

Der Bezug einer Aufwandsentschädigung stellt eine Einnahme dar und ist als Einkommen zu berücksichtigen. Die auszuzahlenden Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts mindern sich unter Berücksichtigung von gesetzlichen Absetzungsbeträgen entsprechend.
Von den Einnahmen nach
§ 3 Nr. 12 EStG
§ 3 Nr. 26 EStG
§ 3 Nr. 26a EStG
§ 3 Nr. 26b EStG
kann ein monatlicher Freibetrag in Höhe von 200 Euro (Stand 2014) in Abzug gebracht werden, sofern nicht noch weitere Erwerbstätigkeiten vorhanden sind. Nähere Informationen zur Einkommensanrechnung erhalten Sie in Ihrem Jobcenter.


Aufwandsentschädigung

Eine Vergütung erhält man für eine ehrenamtliche Tätigkeit nicht. Denn die Tatsache, dass man ohne Entgelt arbeitet, ist gerade ein Kennzeichen eines Ehrenamtes.

Aufwand und/ oder Auslagen können aber nach Absprache (ganz oder teilweise) erstattet werden. Fragen Sie hier direkt bei der Organisation/dem Verein nach.

Auslagenersatz

Der Auslagenersatz im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit unterliegt nicht der Steuerpflicht.

Legt der ehrenamtlich Tätige für seinen Träger Beträge aus, so kann er sich diese gem. § 3 Nr. 50 EStG steuerfrei ersetzen lassen. Eine Pauschalierung ist nicht möglich.

 

Aus- und Weiterbildungen

Bedarfsgerechte Qualifizierungsangebote sind eine Art der Anerkennung und können wesentlich zu Kompetenzentwicklung und Zufriedenheit in der ehrenamtlichen Tätigkeit beitragen.

Die Ehrenamtsstiftung MV organisiert bedarfsgerecht verschiedene Formate für Weiterbildung und Austausch in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Spezifische auf das jeweilige Engagement bezogene Aus- und Weiterbildungen, wie z. B. im Kranken- und Altenpflegebereich, werden über die Träger angeboten.

Einen Gesamtüberblick zum Weiterbildungsangebot für Ehrenamtliche in Mecklenburg- Vorpommern erhalten Sie unter: www.weiterbildung-mv.de



B

Bildungsfreistellungsgesetz

Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern stehen i.d.R. jährlich fünf Tage bezahlte Freistellung von der Arbeit zu, um sich beruflich, gesellschaftlich oder politisch weiterzubilden. Dazu gehört auch die Weiterbildung für ein Ehrenamt. Das Land stellt die nötigen Mittel dafür zur Verfügung.

Wer sich fortbilden möchte, sollte mindestens 8 Wochen vor Kursbeginn seinen Antrag beim Arbeitgeber einreichen. Arbeitgeber können dann den Antrag auf Erstattung des Arbeitsentgelts beim  Landesamt für Gesundheit und Soziales MV stellen.

Bildungsurlaub auf einen Blick

 

Bundesfreiwilligendienst

Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot für junge Erwachsene sich für eine bestimmte Zeit intensiv für die Allgemeinheit zu engagieren.

Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege (FJD)

gibt spannende Einblicke z.B. in einen Handwerksbetrieb, in Seminaren zu Stilelementen und Baugeschichte oder bei Kontakten zu Betrieben, Einrichtungen und Unternehmen, die in der Denkmalpflege tätig sind.  Besondere Ausbildungen und Schulabschlüsse sind nicht erforderlich
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Freiwilliges Jahr in der Demokratie

kann dazu genutzt werden, selbst aktiv zu werden, politische Prozesse verstehen zu lernen, Strukturen, Aufgaben und Arbeitsläufe kennen zu lernen, Fähigkeiten in Konfliktbewältigung und Verfahren zum Interessenausgleich zu verbessern
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Freiwilliges ökologisches Jahr

praktisch tätig sein für Natur und Umwelt und gleichzeitig ökologische und umweltpolitische Zusammenhänge in ihrem gesellschaftlichen Kontext besser verstehen. Dies ist zum Beispiel möglich beim Einsatz in National- und Naturparks, Umweltverbänden, Projekten der Lokalen Agenda 21, Zoologischen Gärten, Tierschutzvereinen, Tierauffang-Stationen, Reiterhöfen und Naturschutzstationen.
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Freiwilliges soziales Jahr

bietet Möglichkeiten in Krankenhäusern, im Sozialdienst, in Alten- und Pflegeheimen, in Einrichtungen für behinderte Menschen, in Kinderheimen, in Kindertagesstätten, in Pfarreien, in der Jugend(verbands)arbeit, in kulturellen Einrichtungen und in Sportvereinen seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln, Gemeinschaft zu erfahren, sich beruflich zu orientieren und die Eignung für einen sozialen Beruf zu überprüfen.
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Gut zu wissen:

Voraussetzung für Inanspruchnahme ist die Erfüllung der Vollzeitschulpflicht (je nach Bundesland mit 16, manchmal auch schon mit 15 Jahren)

In der Regel dauert der Bundesfreiwilligendienst zwölf Monate, mindestens jedoch sechs und höchstens 18 Monate (in Ausnahmefällen auch bis zu 24 Monate).

Beim Bundesfreiwilligendienst handelt es sich grundsätzlich um einen ganztägigen Dienst. Für Freiwillige über 27 Jahren ist aber auch ein Teilzeitdienst von mehr als 20 Stunden wöchentlich möglich.

Einsatzstellen werden von gemeinwohlorientierten Einrichtungen angeboten (z.B. Wohlfahrtsverbände, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, aber auch nicht-verbandsgebundene Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kinderheime, Kindertagesstätten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Erholungsheime, Mehrgenerationenhäuser, Selbsthilfegruppen, Sportvereine, Museen, Kultureinrichtungen, Einrichtungen des Zivil- und Katastrophenschutzes, Träger ökologischer Projekte und Kommunen bieten Plätze an


Freie Stellen in Mecklenburg-Vorpommern

 

Bürgergesellschaft und Bürgerinitiative

Bürgergesellschaft

gesellschaftliches Leitbild, das auf selbstbestimmtem, selbstorganisiertem und gewaltlosem freiwilligem bürgerschaftliches Engagement beruht und die Vielfaltfältigkeit einer Gesellschaft unterstreicht, die jedem Bürger eine Chance bietet - unter Einhaltung bestimmter „Spielregeln“ - aktiv tätig zu sein und Positves im öffentlichen Leben zu gestalten und weiterzuentwickeln.

Bürgerinitiave

eine aus der Bevölkerung heraus gebildete Interessenvereinigung, die Selbsthilfe organisiert und so Einfluss auf die öffentliche Meinung nehmen kann

Bürgergemeinschaftsfinanzierung

Engagieren kann man sich auch mit finanziellen Beiträgen, die gezielt bestimmte gemeinnützige Projekte oder Initiativen unterstützen

Bürgerstiftung

Die Bürgerstiftung ist eine Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation von Bürgern für Bürger. Bürgerstiftungen sind Stiftungen, die sich fördernd und operativ für das lokale Gemeinwohl einsetzen.

C

Corporate Citizenship oder wie Unternehmen sich engagieren können

Corporate Citizenship steht für das gesellschaftliche Engagement eines Unternehmens, das über das Kerngeschäft hinausgeht wie z.B. Spenden, Sponsoring, Stiftungsaktivitäten, aber auch die Förderung des gemeinnützigen Einsatzes von Mitarbeitern. CC ist ein Weg für Unternehmen lokales Engagement zu zeigen und so die Verbindung zu Einwohnern und Kunden auf anderer Ebene zu stärken.

D

D wie

E

Ehrenamt und Engagement

Viele Menschen wollen gern Gutes tun. Aber so flexibel heute die Alltagsstruktur, so variantenreich sind Art und Zeitvolumen ihres Engagements. Viele wollen und können sich nicht auf Dauer an eine Organisation binden. Und nicht immer sind es rein altruistische Motive, die Menschen bewegen sich zu engagieren. Was sie zu finden hoffen, sind vor allem Freude an der Aufgabe, Kontakte, Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung und das Gefühl etwas Sinnvolles mitgestalten zu können.
Und da entsteht der Schnittpunkt. Gemeinnützige Vereine und Institutionen bieten nicht nur ein reiches Betätigungsfeld, sie sind in vielen Bereichen sogar darauf angewiesen, dass es Menschen gibt, die sich einbringen wollen. Denn der Sinn von Gemeinschaft besteht im Miteinander Füreinander.

Ehrenamtsmessen

Ehrenamtsmessen finden - organisiert durch das DRK - jährlich in unterschiedlichen Orten in Mecklenburg-Vorpommern statt. Sie sind die Kontaktbörsen für Leute mit Hang zum Engagement. Hier treffen Initiativen, Vereine, Stiftungen und Organisationen zusammen um sich und ihre Mitmach-Angebote vorzustellen, Kontakte untereinander zu knüpfen und Interessierte für ihre Arbeit zu begeistern.

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Ehrenamtspauschale

Die Ehrenamtspauschale nach § 3 Nr. 26a EStG ist ein persönlicher Steuerfreibetrag, der allen nebenberuflich ehrenamtlich Tätigen in Einrichtungen zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke nach § 5 Abs.1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes (also in gemeinnützigen Vereinen, Personenvereinigungen, Stiftungen) aber auch in juristischen Personen des öffentlichen Rechts (Bund, Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände, Industrie und Handelskammern, Rechtsanwalts-, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskammern, Ärztekammern, Universitäten oder Trägern der Sozialversicherung) zugute kommen kann, sofern er ihnen aufgrund eines Beschlusses (Vorstand/Mitgliederversammlung) oder einer Satzungsregelung sowie ggf. einer entsprechenden Vereinbarung konkret zusteht.

Details klären Sie am besten direkt mit dem Verein, der Organisation, der Einrichtung.

Hinweis: Die Ehrenamtspauschale darf nicht in Anspruch nehmen, wer bereits für dieselbe Tätigkeit eine andere Pauschale/ Leistung erhält.

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F

Festbetragsfinanzierung

Bei der Festbetragsfinanzierung beteiligt sich der Zuwendungsgeber mit einem festen (nach oben und unten nicht veränderbaren) Betrag an den zuwendungsfähigen Ausgaben.

 

Führungszeugnis

Manche Organisationen erwarten auch für die Ausführung eines Ehrenamtes ein eintragsfreies polizeiliches Führungszeugnis. Dieses wird auf Antrag von der Meldebehörde an das Bundeszentralregister zur weiteren Bearbeitung weitergeleitet. Die Beantragung muss persönlich unter Vorlage eines gültigen Personalausweises oder Passes in zuständigen Ortsamt erfolgen.



Fundraising

Ein aus den USA kommender Begriff für die Beschaffung privater Finanzmittel für gemeinnützige Organisationen, z. B. durch Spenden und Sponsoring von Geld- u. Sachmitteln, um einzelne Projekte oder Initiativen zu unterstützen.


Freistellungsbescheid

Der Freistellungsbescheid wird durch das Finanzamt erteilt. Er weist aus, dass eine Körperschaft, z.B. ein Verein, steuerbegünstigt ist.

Wird ein Verein neu gegründet, prüft das Finanzamt anhand der eingereichten Satzung, ob der Verein gemeinnützige Zwecke (AO 52 Gemeinnützige Zwecke) verfolgt. Wenn dies der Fall ist, wird ein vorläufiger Freistellungsbescheid ausgestellt, der ersteinmal 18 Monate gilt.

Danach prüft das Finanzamt anhand der zwischenzeitlichen Jahresabschlusses und des Vereinslebens, ob gemeinnütziges Handeln vorliegt. Ist dies gegeben, wird ein Freistellungsbescheid erteilt, der dann turnusmäßig alle 3 Jahre überprüft wird. Stellt das Finanzamt bei einer späteren Überprüfung der zurück liegenden drei Jahre fest, dass der Verein in diesem Zeitraum nicht im Sinne der Gemeinnützigkeit gehandelt hat, wird für diesen Zeitraum die Gemeinnützigkeit aberkannt mit allen steuerrechtlichen Folgen.

Das bedeutet:

•    Wegfall des steuerfreien Übungsleiterfreibetrags in Höhe von 2.100 € jährlich
•    Wegfall der steuerfreien Ehrenamtspauschale in Höhe von 720 € jährlich
•    Wegfall der Zweckbetriebsgrenze von 35.000 €
•    Wegfall der Besteuerungsgrenze wirtschaftlicher Geschäftsbetriebe von 35.000 €
•    statt 7 % Umsatzsteuer für Einnahmen in Vermögensverwaltung und steuerbegünstigtem Zweckbetrieb nun 19 %
•    keine Ausstellung von Spendenbescheinigungen (Zuwendungsbestätigungen)
•    keine Freistellung von der Zinsabschlagsteuer
•    keine (unentgeltliche) Förderung durch den Verband
•    keine Förderung mit öffentlichen Mitteln
•    möglicherweise Steuernachforderungen

Der Freistellungsbescheid gilt nur für die Jahre, für die er nach Prüfung erteilt wurde. Bei der Erteilung von Zuwendungsbestätigungen kann er aber bis zum Erlass des nächsten Bescheides, längstens aber fünf Jahre ab Ausstellungsdatum, weiterhin als Bezugsgrundlage verwendet werden.

 

G

Gesundheitszeugnis

Für manche Tätigkeiten brauchen Sie ein gültiges Gesundheitszeugnis. Dieses erhalten Sie beim örtlich zuständigen Gesundheitsamt.

Gemeinnützigkeit

Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Eine Förderung der Allgemeinheit ist nicht gegeben, wenn der Kreis der Personen, dem die Förderung zugute kommt, fest abgeschlossen ist, zum Beispiel Zugehörigkeit zu einer Familie oder zur Belegschaft eines Unternehmens, oder infolge seiner Abgrenzung, insbesondere nach räumlichen oder beruflichen Merkmalen, dauernd nur klein sein kann. Eine Förderung der Allgemeinheit liegt nicht allein deswegen vor, weil eine Körperschaft ihre Mittel einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zuführt.

Gemeinnützige Zwecke nach § 52 der Abgabenordnung

Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

 

L

Landesversicherung für Ehrenamtliche

In den Bereichen Unfall- und Haftpflichtschutz hat das Land Mecklenburg-Vorpommern Sammelversicherungen für Ehrenamtliche abgeschlossen, die nicht anderweitig abgesichert sind.

Die Haftpflichtversicherung greift nur für Tätigkeiten in rechtlich unselbständigen Strukturen. Insofern werden Vereine, Verbände, gGmbHs Stiftungen usw. nicht aus der Verantwortung entlassen, für den Versicherungsschutz ihrer Ehrenamtlichen zu sorgen. Der Versicherungsschutz besteht subsidiär, d.h. eine anderweitig bestehende Haftpflichtversicherung ist im Schadensfall vorleistungspflichtig.

Um diese Versicherung in Anspruch nehmen zu können, ist keine gesonderte Anmeldung der Initiativen, Gruppen oder Projekte erforderlich. Im Schadensfall oder bei Fragen zum Versicherungsschutz können sich die Betroffenen direkt an den betreuenden Versicherungsdienst wenden.

Versicherungsschutz für bürgerschaftlich Engagierte in MV
Kontakt:
info@ecclesia.de

N

Non-profit Organisationen

Oder Not-for-profit soll primär ausdrücken, dass kein Gewinnmotiv verfolgt wird. Erzielte Überschüsse sind erlaubt, werden jedoch nicht an die Eigentümer ausgeschüttet.

In Deutschland zählen hierzu unter anderem gemeinnützige Organisationen, vor allem Vereine und Stiftungen. Egal aus welchen Bereichen (Kultur, Umwelt, Soziales und Gesundheit, Bildung, Entwicklungshilfe, Sport usw.) sie kommen, alle verfolgen hauptsächlich ideelle (nicht materielle/ ohne Geld auszudrückende) Ziele.

O

Organisation

Eine Organisation (Gruppen, Verbände, etc.) ist geprägt durch strukturiertes, geplantes und zielorientiertes Zusammenwirken von Menschen, die selbstständig tätig und rechtlich anerkannt sein wollen. Eine integrierte Ordnung und Struktur erleichtert es Aktivitäten und verfügbare Ressourcen zu koordinieren.

Operative Stiftung

Eine operative Stiftung ist nicht fördernd tätig. Sie investiert ihre finanziellen Mittel ausschließlich in Projekte, die sie selbst initiiert und umsetzt.
In der Praxis sind zahlreiche Stiftungen sowohl operativ als auch fördernd tätig.

S

Steuern für Ehrenamtler

Der Übungsleiterfreibetrag

Wer als Übungsleiter vom so genannten Übungsleiterfreibetrag profitieren will, muss sich nicht zwangsläufig als Trainer in einem Sportverein engagieren. Die Vergünstigung kann auch bei folgenden Tätigkeiten in Anspruch genommen werden:

 

  • Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbare Tätigkeiten
  • Künstlerische Tätigkeiten
  • Pflege behinderter, kranker oder alter Menschen

 

Der Übungsleiterfreibetrag ist an folgende Voraussetzungen geknüpft:

  • Die Tätigkeit muss im Dienst oder im Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution, eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke ausgeübt werden.
  • Die Tätigkeit darf nicht im Hauptberuf ausgeübt werden, wobei eine Tätigkeit als nebenberuflich gilt, wenn sie zeitlich nicht mehr als ein Drittel eines vergleichbaren Vollzeitberufs in Anspruch nimmt.
  • Pro Person und Jahr können 2.100 Euro steuerfrei hinzuverdient werden. Lediglich der diesen Freibetrag übersteigende Teil nebenberuflicher Einnahmen muss versteuert werden.

 

Der Ehrenamtsfreibetrag

Der so genannte Ehrenamtsfreibetrag kann für jede Art von Tätigkeit für gemeinnützige Vereine, kirchliche oder öffentliche Einrichtungen in Anspruch genommen werden, zum Beispiel für eine Tätigkeit als:

 

  • Vereinsvorstand, Schatzmeister
  • Platzwart, Gerätewart, Reinigungsdienst
  • Fahrdienst von Eltern zu Auswärtsspielen von Kindern

 

Der Ehrenamtsfreibetrag ist an folgende Voraussetzungen geknüpft:

  • Die Tätigkeit muss der Förderung von gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen.
  • Die Tätigkeit muss nebenberuflich ausgeübt werden, also zeitlich nicht mehr als ein Drittel eines vergleichbaren Vollzeitberufs in Anspruch nehmen.
  • Zahlungen einer oder mehrerer Einrichtungen für nebenberufliche Tätigkeiten sind bis zur Höhe von insgesamt 500 Euro pro Person und Jahr steuerfrei, darüber hinaus gehende Beträge sind zu versteuern.


Wichtig: Den Ehrenamtsfreibetrag darf nicht in Anspruch nehmen, wer bereits für dieselbe Tätigkeit einen Übungsleiterfreibetrag geltend macht – und umgekehrt. Gemeinnützige Vereine dürfen Vergütungen an (ehrenamtliche) Vorstandsmitglieder zahlen, wenn dies in der Satzung ausdrücklich vorgesehen ist.

Quelle: Steuerportal MV

 

Steuern für Vereine

Erzielt ein Verein Einnahmen, tätigt er Umsätze, erwirbt und verwaltet er Grundbesitz, immer liegt der Gedanke an das Finanzamt als "stillen Teilhaber" nahe. Denn auch Vereine unterliegen grundsätzlich der Körperschaft-, Gewerbe-, Umsatz- und Grundsteuer, werden ggf. zur Grunderwerb-, Erbschaft- und Schenkungsteuer, Kraftfahrzeugsteuer oder Lotteriesteuer herangezogen, müssen als Arbeitgeber Lohnsteuer einbehalten.

Doch Bund, Länder und Gemeinden wissen, wie wichtig die Vereine für das Gemeinschaftsleben sind. Der Gesetzgeber hat zahlreiche steuerliche Vergünstigungen für gemeinnützige Vereine geschaffen. Auch wer diese Vereine finanziell mit Spenden unterstützt, wird steuerlich belohnt. Die meisten der Vergünstigungen für Vereine setzen voraus, dass der Verein durch seine steuerbegünstigten Zwecke (§§ 51-68 AO) gemeinnützig ist. Zu diesen Begünstigungen zählen:

 

  • Bei der Körperschaft- und Gewerbesteuer Steuerfreiheit der Erträge aus der Vermögensverwaltung und aus Zweckbetrieben, keine Besteuerung der Erträge von wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben, die keine Zweckbetriebe sind, aber nur Einnahmen bis 35.000 € erzielen;
  • bei der Umsatzsteuer ermäßigter Steuersatz für Umsätze der Zweckbetriebe;
  • bei der Grundsteuer sowie der Erbschaft- und Schenkungsteuer Steuerfreiheit;
  • bei der Einkommensteuer Steuerfreiheit für Aufwandsentschädigungen bis 2.100 € im Jahr bei bestimmten nebenberuflichen Tätigkeiten oder 500 € für andere Tätigkeiten im gemeinnützigen Bereich.

 

Auch die Finanzierung der Vereine wird steuerlich begünstigt. Ein gemeinnütziger Verein ist zum Empfang von Spenden berechtigt, die beim Spender steuerlich abziehbar sind. Unter Umständen sind auch Mitgliedsbeiträge steuerlich abziehbar.

Damit nicht genug. Gemeinnützigen Vereinen werden häufig auch Vergünstigungen außerhalb der Besteuerung gewährt. So ist die Gemeinnützigkeit z.B. Voraussetzung für den Empfang öffentlicher Zuschüsse.

Praktische Vordrucke, Dokumente und Downloads finden Sie im Steuerportal MV

 

Quelle: Steuerportal MV

T

Tertius - Datenbank für Recht des Dritten Sektors

Gesetzliche Regelungen und Fallentscheidungen für Rechtsanwender und Entscheidungsträger

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und seine Tochter, das DSZ – Deutsches Stiftungszentrum, haben gemeinsam mit dem Institut für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen der Bucerius Law School eine öffentliche und kostenlose Datenbank für das Recht des Dritten Sektors eingerichtet. Die Datenbank soll alle maßgebenden rechtlichen Informationen kostenlos und einfach zur Verfügung stellen. Die Datenbank soll allen im Dritten Sektor tätigen RechtsanwenderInnen und EntscheidungsträgerInnen unkompliziert zur Verfügung stehen.  

http://www.tertiusonline.de/

 

V

Versicherungsschutz für Ehrenamtliche

Versicherungsschutz im Ehrenamt ist ein wichtiges Thema für alle Beteiligten. Freiwilliges Engagement darf nicht mit unkalkulierbaren Risiken verbunden sein. Wie alle arbeitenden Menschen kann auch Ehrenamtlichen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit ein Unfall zustoßen oder sie können einen Schaden verursachen.

Um Ehrenamtliche in dieser Hinsicht abzusichern, hat das Land Mecklenburg-Vorpommern eine Unfall- und Haftpflichtversicherung für die Menschen abgeschlossen, die nicht bereits anderweitig geschützt sind.

Eingetragen Vereinen, Verbänden und Stiftungen wird allerdings empfohlen sich über die Notwendigkeit einer eigenen zusätzlichen Haftpflichtversicherung zu informieren.

Auf jeden Fall ist es zu empfehlen, sich vor Beginn des freiwilligen Engagements über Art und Umfang des gewährleisteten Versicherungsschutzes zu informieren!
 

Unfallversicherung & Haftpflichtschutz

In den Bereichen Unfall- und Haftpflichtschutz hat das Land Mecklenburg-Vorpommern Sammelversicherungen für Ehrenamtliche abgeschlossen, die nicht anderweitig abgesichert sind.
Versichert sind Personen, die ihre Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern ausüben bzw. deren Tätigkeit von Mecklenburg-Vorpommern ausgeht (z. B. bei Exkursionen, die Landesgrenze überschreitenden Veranstaltungen, Aktionen usw.).
Um diese Versicherung in Anspruch nehmen zu können ist keine gesonderte Anmeldung der Initiativen, Gruppen oder Projekte erforderlich. Im Schadensfall oder bei Fragen zum Versicherungsschutz können sich die Betroffenen direkt an den betreuenden Versicherungsdienst wenden.
Versicherungsschutz für bürgerschaftlich Engagierte in MV

Kontakt:
Tel  05231 / 603 – 0
Mail info@ecclesia.de

Berufsunfähigkeit

Die gesetzliche oder private Unfallversicherung beinhaltet meist auch eine Absicherung gegen die Berufsunfähigkeit, die in der Regel auch bei ehrenamtlichen Tätigkeiten greift, allerdings nicht in jedem Ehrenamt. Da die Absicherung an den bisherigen Verdienst gekoppelt ist, ist die Absicherung zudem in jungen Jahren relativ niedrig.
Deshalb empfiehlt es sich gerade in den ersten Jahren der Berufstätigkeit eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Diese greift auch bei einem Schadensfall während einer ehrenamtlichen Tätigkeit.

 

Sachschaden, verursacht durch Ehrenamtliche

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat Sammelhaftpflichtversicherungen für Ehrenamtliche abgeschlossen, die nicht anderweitig abgesichert sind.
Für in der Ausübung ihrer Tätigkeit grob fahrlässig oder vorsätzlich verursachte Schäden haften ehrenamtliche Mitarbeiter jedoch selbst. Dieses Risiko sollte durch den Abschluss einer Haftpflichtversicherung minimiert werden.
Wichtig zu wissen: In der eigenen Haftpflichtversicherung sind nicht unbedingt alle ehrenamtlichen Tätigkeiten abgedeckt. Prüfen Sie ihre Haftpflichtversicherung im Zweifelsfalle noch einmal.
 

Sachschaden am Eigentum des ehrenamtlich Tätigen

Was ist zu tun, wenn dem ehrenamtlich Tätigen bei der Ausübung des Ehrenamtes ein Sachschaden entsteht?
Ist der Schaden am Eigentum selbst verschuldet, kann der Ehrenamtlich Tätige keinen Dritten auch nicht den Träger verantwortlich machen. In diesem Falle trägt er den Schaden selbst. Handelt es sich hingegen um eine Abnutzung oder Verbrauch durch regelmäßigen Gebrauch, sollte der Träger überlegen, ob er die Arbeitsmittel nicht zur Verfügung stellen oder ersetzen kann.
Schädigt ein Dritter das Eigentum des Ehrenamtlers während dessen Tätigkeit, so gilt das, was immer gilt. Der Dritte haftet dem ehrenamtlich Tätigen für Vorsatz und Fahrlässigkeit.
Die Grundsätze der gefahrgeneigten Arbeit aus dem Arbeitsrecht gelten im Bereich des Ehrenamtes allerdings auch: ist der Schädiger einer im Rahmen des Ehrenamtes betreute oder versorgte Person, dann besteht u.U. auch ein Anspruch gegen den Träger aus gefahrgeneigter Arbeit, wenn der Ehrenamtler nicht mit schädigenden Verhalten rechnen musste.

Versicherungsschutz für bürgerschaftlich Engagierte in MV - Haftpflicht- und Unfallversicherungsschutz im Ehrenamt

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