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DSGVO - Aufwand ja, aber notwendig. Ehrenamtsstiftung hilft mit Seminaren und Infoseite

08.06.2018
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Foto: Jan Holze

 „Wir wurden geradezu überrannt“
Datenschutz im Verein – kein Thema? Sollte es aber sein, rät die Ehrenamtsstiftung in MV / Die Konsequenzen könnten teuer werden

Ob Taubenzüchter-, Briefmarken- oder Sportverein – die neue EU-Datenschutzverordnung (DSGVO) gilt auch für Ehrenamtler. Wo die Fallstricke lauern und welche Sanktionen drohen, erklärt der Geschäftsführer der Ehrenamtsstiftung in MV und ehrenamtliches Präsidiumsmitglied im Deutschen Olympischen Sportbund, Jan Holze, im Gespräch mit Udo Roll/SVZ.

Der Datenschutzbeauftragte des Landes kann sich derzeit vor Anfragen kaum retten. Wie sieht die Situation bei Ihnen aus?

Jan Holze: Auch bei uns gibt es eine hohe Nachfrage nach Beratungsleistungen. Ich war überrascht, wie viele Teilnehmer zu unseren Informationsveranstaltungen gekommen sind. Wir wurden geradezu überrannt. Und der Boom hält weiter an. Wir mussten teilweise auf größere Räumlichkeiten ausweichen, da wir sonst den Bedarf nicht hätten bedienen können.

Was sind denn die größten Probleme, die Vereine mit den neuen Datenschutzregeln haben?

Vereine, die dem Datenschutz bislang wenig Aufmerksamkeit entgegenbrachten, fühlen sich überfordert von den gesetzlichen Anforderungen, die vielfach aber auch schon vor Inkrafttreten der EU-Datenschutzverordnung galten. Nun sind Vereine jedoch in der Nachweispflicht, dass sie datenschutzkonform handeln.

Das bedeutet konkret?

Die DSGVO findet Anwendung auf alle, die personenbezogene Daten, wie Name, Anschrift und Kontodaten verarbeiten – und damit eben auch auf Vereine. Es gibt eine Reihe von Dokumentationspflichten: Wer hat im Verein zu welchem Zeitpunkt Zugriff auf personenbezogene Daten und was macht er damit? Und darf derjenige im Verein das überhaupt?

Auf der Homepage müssen die Datenschutzerklärung, das Impressum, der Umgang mit Cookies sowie der Sicherheitsstandard der Webseite angepasst werden. Da kommt beim Einzelnen, der das regelmäßig ehrenamtlich macht, schnell das Gefühl der Überforderung auf.

Welche Konsequenzen drohen bei Verstößen?

Für die Sanktionen ist der Datenschutzbeauftragte zuständig. Allem Anschein nach wird er zunächst einmal mit Verwarnungen arbeiten.

Im Übrigen gilt für die Verhängung von Bußgeldern auch immer die Maßgabe der Verhältnismäßigkeit. Ein Bußgeld muss an den finanziellen Verhältnissen des Vereins orientiert sein. Mit der gesetzlich festgelegten Höchstsumme von 20 Millionen Euro muss also keiner rechnen, aber auch in Relation zum Vereinsbudget wird es wehtun.

Es wird bereits vor Abmahnanwälten gewarnt, die gezielt nach Verstößen suchen und Betroffene verklagen. Sind schon Vereine betroffen?

Wir beobachten die Szenerie sehr genau. Im Moment weiß niemand, wie sich die Situation entwickelt. Die ersten Urteile dazu werden richtungsweisend sein. Bislang ist uns aber weder in der Ehrenamtsstiftung noch im Deutschen Olympischen Sportbund mit seinen rund 90 000 Sportvereinen ein Fall bekannt geworden.

Zur Unterstützung der Vereine hat der Landtag kürzlich den Datenschutzbeauftragten und die Ehrenamtsstiftung um Hilfe gebeten. Was halten Sie davon?

Jede Initiative ist sinnvoll, die Ehrenamtliche bei der Bewältigung der Bürokratie unterstützt. Die Stiftung ist zwar rechtlich unabhängig und kann durch den Landtag nicht verpflichtet werden. Gleichwohl werden wir der Bitte nachkommen und uns mit dem Datenschutzbeauftragten zusammensetzen, um schnellstmöglich weitere Handlungshilfen für Vereine zu entwickeln. Wir bieten aber auch jetzt schon Seminare für Vereine zum Datenschutz an und stellen auf www.ehrenamtsstiftung-mv.de Informationen und Tipps bereit.

Quelle: SVZ.de


 

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