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Witzin holt Oscar für's Ehrenamt nach MV

06.12.2016
Dt. Engagementpreis Witzin

Foto: wilt

SVZ.de | Ein Oscar fürs Ehrenamt. Chor, Plattsnacker, Tänzer und Bläser: Dörpschaft Witzin mit dem Deutschem Engagementpreis ausgezeichnet

Nachtwanderung im November mit fast 300 Teilnehmern aus Witzin, Sternberg und darüber hinaus, Drachenfliegen im Oktober, Heimatquizabend im September – die Witziner Dörpschaft hat allein in den drei zurückliegenden Monaten wieder allerhand in ihrem Dorf auf die Beine gestellt. Natürlich fehlt sie auch nicht beim lebendigen Adventskalender der Kirchengemeinde. Am Sonntagabend wurde am Anglerheim ein kleines Programm für alle Generationen veranstaltet, gemeinsam gesungen und getanzt. Rida Ahrens trug ein plattdeutsches Gedicht vor, die Dorfmusikanten rundeten den Abend stimmungsvoll ab.

Der Jahreskalender der Dörpschaft enthält eine Fülle eigener Angebote. Hinzu kommen zahlreiche Veranstaltungen, die sie mit weiteren Vereinen, Gemeinde oder Kirche gemeinsam organisiert, beinahe unglaublich in einer Gemeinde mit weniger als 500 Einwohnern. Und das in einer Vielfalt, die Alt und Jung anspricht.

 

Bereits Urkunde bei Nachbarschaftsaktionen

Diese Aktivitäten hat das Bündnis für Gemeinnützigkeit gewürdigt und die Dörpschaft am Montag in Berlin mit dem Deutschen Engagementpreis in der Kategorie „Generationen verbinden“ ausgezeichnet. Es ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement der Menschen in Deutschland und all jene, die es durch die Verleihung von Preisen sichtbar machen, so gesehen der Oscar fürs Ehrenamt. Er wurde in fünf Kategorien plus einem Publikumspreis verliehen. Die weiteren Preisträger kommen aus Hamburg, München, Berlin, Bremen und Baden-Württemberg. Anerkennend äußert sich auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: „Die vielen freiwillig engagierten Menschen, die anpacken und mitgestalten, sind der Motor, der unsere demokratische Gesellschaft am Laufen hält.“

Im Rennen waren insgesamt rund 900 Personen und Projekte. Die konnten sich nicht selbst bewerben, sondern mussten vorgeschlagen werden und auf einschlägige Meriten verweisen können. Die Dörpschaft hatte sich am Wettbewerb des bundesweiten Netzwerkes Nachbarschaft um „Die schönste Straße Deutschlands“ beteiligt, 2013 eine Prämie erhalten, 2014 eine Siegerurkunde im Jubiläumswettbewerb „Die schönsten Nachbarschaftsaktionen“.

In der Witziner Dörpschaft engagieren sich regelmäßig 30 bis 35 Menschen, sagt Vereinschef Willfried Thomä, der dieses Amt vor länger als einem Jahrzehnt vom Gründungsvorsitzenden Günter Gulbis übernahm. Entstanden ist sie in Vorbereitung der 775-Jahr-Feier von Witzin 1996 als Heimat und Kulturverein, um das kulturelle Leben im Dorf durch Traditions- und Heimatpflege sowie durch Erforschung der eigenen Geschichte und Kultur neu zu beleben und für die Öffentlichkeit wirksam darzustellen.

 

Chor, Plattsnacker, Tänzer und Bläser

Zum Verein gehören mehrere Kulturgruppen. Der Chor unter der Leitung von Antje Pöhls, oft verstärkt durch Sänger aus Sternberg, trägt sein umfangreiches Liedgut bei verschiedenen Anlässen vor, wie beim traditionellen Singen unter der Linde in Witzin. Die Plattsnacker präsentieren dem Publikum selbst geschriebene Stücke oder die von Heimatdichtern auf humorvolle Art. Die Leitung hat Rida Ahrens. Die Volkstanzgruppe „Witziner Danzlüd“ unter Leitung von Waltraut Thomä bringt vor allem Tänze aus Mecklenburg und Vorpommern dar. Die Dorfmusikanten haben sich als Bläsergruppe etabliert.

Neben ihrem Jahresprogramm hat die Dörpschaft schon ein großes Jubiläum im Blick: 800 Jahre Witzin 2022. Rüdiger Rump