Engagementpreis Mecklenburg-Vorpommern

Engagementpreis MV 2017

Engagementpreis Mecklenburg-Vorpommern 2017

Am 18.07.2017 verlieh die Ehrenamtsstiftung MV beim Gutes tun in MV Sommerfest zum ersten Mal den Engagementpreis Mecklenburg-Vorpommern an ehrenamtlich betriebene Vorhaben, die in besonderer Weise inspirieren und motivieren. Dotiert ist der Preis mit insgesamt 12.000 Euro. Jeweils ein Vorhaben in den vier Kategorien Integration, Nachwuchsgewinnung im Ehrenamt, Öffentliche Verwaltung und Ehrenamt: Hand in Hand sowie Ehrenamtliche Daseinsvorsorge wird mit 3.000 Euro prämiert.

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Bundespräsident Steinmeier dankt Ehrenamtlichen in MV

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dankte beim Gutes tun in MV- Sommerfest anlässlich der Verleihung der Engagementpreise Mecklenburg-Vorpommern 2017 allen Ehrenamtlern in Mecklenburg-Vorpommern, die mit dem, was sie tun dieses Land so liebens- und lebenswert machen. Rund 300 Engagierte verfolgten seine Rede vor Ort. Für alle, die an diesem Abend woanders waren, hier seine Worte nochmal in Bild und Ton ...

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Engagementpreis MV 2017_MPin Schwesig Laudationes

Ministerpräsidentin Schwesig hält die Laudationes

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hielt als Vorsitzende des Stiftungsrates die Laudationes und würdigte das Engagement der Preisträgervereine in der Mitgestaltung ihres Lebensumfeldes. „Sie zeigen, was freiwilliges Engagement bewegen kann. Diese engagierte und selbstständige Zivilgesellschaft ist eine wichtige Säule für Zusammenhalt und Gemeinschaft in unserer Demokratie. Denn: Demokratie lebt vom Mitmachen, nicht vom Zuschauen.", so Schwesig.

Die Preisträger 2017

Schwiesower Freizeit Kulturtreff

Foto: Schwiesower Freizeit- und Kulturtreff e.V.

Kategorie: Nachwuchsgewinnung im Ehrenamt

Der Schwiesower Freizeit- und Kulturtreff e.V. erhält die Auszeichnung in der Kategorie „Nachwuchsgewinnung im Ehrenamt“ Er hat dafür eine ganz einfache Formel gefunden: Jugend in Verantwortung. Junge Menschen übernehmen hier komplett eigenständig bestimmte Bereiche der Vereinsaktivitäten, sei es die Gestaltung der wöchentlichen Tanztrainings, von Ferienfreizeiten, die Pflege der Vereinswebseite, die Wartung von Ton- und Lichttechnik. Es begann mit 5 Mädchen vor 12 Jahren, inzwischen strömen die Kinder und Jugendlichen aus sieben umliegenden Gemeinden in den Freizeit- und Kulturtreff e.V. im kleinen Ort Groß Schwiesow.
Bemerkenswert im Schwiesower Freizeit- und Kulturtreff e.V. ist, wie dauerhaft sich junge Menschen hier engagieren. Auch nach dem Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf halten sie ihr Engagement weiter aufrecht. Sie schätzen die Eigenverantwortung, empfinden Sinn, in dem was sie tun und fühlen sich mit ihrem Engagement wertgeschätzt. Auch im Vorstand nehmen sie inzwischen ihr Mitbestimmungsrecht selbstbewusst wahr.

Der Schwiesower Freizeit- und Kulturtreff e.V. zeigt eindrucksvoll wie Jugendliche durch die selbstbestimmte, eigenverantwortliche Übernahme einzelner Aufgaben in die nachhaltigen Strukturen der Vereinsarbeit hineinwachsen können.

 

Jugendbeirat Sassnitz

Foto: Jugendbeirat Sassnitz e.V.

Kategorie: Integration

Sieger in der Kategorie Integration ist der Jugendbeirat Sassnitz e.V. Integration bedeutet für diesen Verein, im Miteinander, den eigenen Lebensort zu gestalten – Freizeitaktivitäten von Kultur bis Sport und Veranstaltungen gemeinsam auf die Beine zu stellen – egal ob jung oder alt, alteingesessen oder zugezogen. Der Jugendbeirat Sassnitz e.V. nimmt mit seinen Mitmach-Aktionen ganz selbstverständlich alle mit und gibt den Beteiligten das Gefühl, dass der eigene Beitrag wertvoll ist für das Gelingen des Ganzen. Kulturgarten, Ideenschmiede, Kreativ-Workshops, Sport in internationalen Teams, ehrenamtliche Einsätze, bei denen gemeinsam angepackt wird, sind nur einige der Beispiele dafür, was Mitgestaltung in Sassnitz bedeutet. Wer mitgestaltet, ist Teil der Gemeinschaft und das ist besonders für geflüchtete Menschen ganz wichtig für eine gelingende Integration.

Der Jugendbeirat Sassnitz zeigt in besonderer Weise wie demokratische Mitgestaltung von Gesellschaft erfolgreich organisiert werden kann. Hier wird Integration verstanden als das Hineinwachsen in Teilhabe, von jungen Menschen für junge Menschen.

 

FV Schloss Ludwigslust e.V.

Foto: Förderverein Schloss Ludwigslust e.V.

Kategorie: Öffentliche Verwaltung und Ehrenamt: Hand in Hand

Der Engagementpreis Mecklenburg-Vorpommern in der Kategorie „Öffentliche Verwaltung und Ehrenamt: Hand in Hand“ geht an den Förderverein Schloss Ludwigslust e.V., der an dieser Schnittstelle schon viele Jahre sehr erfolgreich tätig ist. Das was hier mit Begeisterung und viel persönlichem Engagement auf die Beine gestellt wird, zeigt eindrucksvoll wie aus dem Zusammenspiel für beide Seiten ein großer Mehrwert entsteht. Die öffentliche Hand erfüllt den staatlichen Auftrag des baulichen Erhalts des denkmalgeschützten Ensembles, der Verein gestaltet mit bürgernahen Veranstaltungen wie Konzerten, dem kleinen Fest im großen Park oder Barockfest seit Jahren kulturelle Höhepunkte der Region.

Der Förderverein erfüllt das Schlossensemble Ludwigslust als Kulturgut in öffentlicher Hand durch kreatives gesellschaftliches Engagement mit Leben. Er macht die Geschichte des Schlosses für Einwohner und Touristen in einer Weise erlebbar, die bei den einen eine Identifikation mit ihrer Region bewirkt und den anderen Anziehung und Anreiz bietet, die Region zu besuchen.

Hospizgruppe Demmin

Kategorie: Ehrenamtliche Daseinsvorsorge

In der Kategorie „Ehrenamtliche Daseinsvorsorge“ gewinnt die Hospizgruppe Demmin e.V. „Leben bis zuletzt“. Die Arbeit des noch jungen Vereins im Raum Demmin steht exemplarisch für viele ambulante Hospizdienste im Land, die Menschen an ihrem Wohnort, in ihrem vertrauten Umfeld, bei den letzten Schritten im Leben begleiten. Die qualifizierten ehrenamtlich tätigen Männer und Frauen leisten den so wichtigen zwischenmenschlichen Beistand, nehmen sich Zeit für Gespräche, übernehmen praktische Hilfen und gewinnen dem Leben beim Vorlesen oder dem gemeinsamen Spaziergang die schönen Momente ab. Das ist eine soziale Fürsorge, die keine hauptamtliche Struktur abdecken kann, die aber für Betroffene und deren Angehörige immens wichtig ist.   

Die Hospizgruppe Demmin e.V. zeigt damit beispielgebend wie durch starke soziale Kontakte und gut funktionierende Hilfsnetzwerke Gemeinschaft und Zusammenhalt auch in dünn besiedelten ländlichen Räumen aufrechterhalten werden können.